100-jähriges VASV-Jubiläum

Festwochenende auf dem Haus des AGV München

München, 8. bis 10. November 2019
“So wurde der VASV noch nie gefeiert”, meinte unser VASV-Vorsitzender Bernd Schultheiß während seiner Kommersrede.

Das Wochenende wurde in feierlicher und musischer Atmosphäre bereits am Freitagabend auf dem AGV Haus eröffnet. Passend zum Motto “Bayerischer Abend” saßen Alt und Jung bei Leberkäs und Musik zusammen. Die AGV-Blechbläser-Kombi machte den musikalischen Auftakt des Wochenendes im Max-Planck-Saal. Bereits beim Begrüßungsabend waren nicht nur “Alte SVer” angereist, sondern auch viele Aktive, die den VASV mitfeiern wollten.

Der Festakt am Samstagmorgen eröffnete dann auch den offiziellen Teil des 100 jährigen Bestehens. Musikalisch begleitete Pianist und Verbandsbruder Muzaffar Muidinov (HH) die Feierlichkeit und leitete diese mit der Polonaise As-Dur op. 53 von Frédéric Chopin ein. Es folgten die Grußworte und Etudes-Tableaux op. 39 Nr. 6 von Sergei Wassiljewitsch Rachmaninov. 

Die Festrede hielt der ehemalige bayerische Ministerpräsident und Verbandsbruder Günther Beckstein (ER). Während dieser betonte er die reformatorische Gesinnung in den Anfangsjahren unserer Verbindungen und beantwortete die Frage, ob wir noch zeitgemäß seien, mit einem klaren “Ja”. Es ist zeitgemäß, sich lebenslang für etwas zu entscheiden und diesem Zusammenschluss Freundschaften zu schließen, die genauso lang bestehen bleiben. In Zeiten von Schnelllebigkeit und losen Beziehungen stärkt das Lebensbundprinzip Freundschaft und das Selbst. Die Musik darüber hinaus bewahrt unseren Geist, unsere Seele und Humanität. In einer “Massenuniversität” der Anonymität und mit der Verschulung des Lehrstoffs wird der Mensch schnell auf eine Funktion reduziert, weshalb das fächerübergreifende freundschaftliche Zusammentreffen, gemeinsame Musizieren und die Gemeinschaft seiner Meinung nach heutzutage noch wichtiger sind als zu früheren Zeiten. Ebenso der Austausch und der Dialog untereinander mit dem nötigen Patriotismus sind nach Beckstein wichtig, um sich mit aktuellen Fragestellungen und Problemen unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen und das Vaterland positiv mitzugestalten. Auch auf die “Damenfrage”, die stets thematisiert wird, ging Verbandsbruder Beckstein ein. Er appellierte an den entsprechenden Respekt gegenüber Frauen und der Gleichberechtigung, wie beispielsweise als Professorinnen an Universitäten. Im SV und VASV entstehen Freundschaften, die ein Leben lang halten und entsprechend wertgeschätzt werden müssen, da sie unseren Verband zeitgemäß und besonders machen. Abgeschlossen wurde der Festakt mit der Ballade Nr. 4 von Frédéric Chopin.

Das Festkonzert am Nachmittag in der Scholastika mit gefülltem Saal wurde von Julian Stein (M), dem Intendanten des AGV und der Kammerphilharmonie des AGV eröffnet. Das erste Stück war das Cellokonzert Nr.1 C-Dur (Hob. VII:1) von Joseph Haydn mit dem Cellisten und Verbandsbruder Hendrik Blumenroth als Solisten. Dem folgte von Johann Sebastian Bach das Konzert für Violine und Oboe c-moll, BWV 1060. 

Das SV-Orchester spielte unter der Leitung von Juri Lebedev Marche pour la ceremonies des turcs (Jean Baptiste Lully), die Ungarische Rhapsodie (Franz Liszt) und die Bacchanale aus “Samson and Delilah” (Camille Saint-Saëns). Gemeinsam mit dem SV-Chor wurde ein Auszug aus Madame Butterfly von Giacomo Puccini, das Ave Maria von Giulio Caccini und der Hochzeitschor aus Lohengrin (Richard Wagner) dargeboten. Die Zugabe war dieses Mal ein “Gänsehautmoment”, das Publikum wurde mit unserem Verbandslied überrascht und stand geschlossen auf und sang mit. Einen Moment, den die meisten wohl nicht mehr vergessen werden und das Festkonzert abschloss. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle auch der Verstärkung von  “verbindungsfernen” Musikern des AGV, die das SV-Orchester spontan unterstützten.

Bacchanale aus “Samson and Delilah” (Camille Saint-Saëns)

Feierlich folgte der Festkommers unter der Leitung des VASV-Vorstands und Verbandsbruder Bernd Schultheiß (FR, INN) als ersten Vorsitzenden. Die Scholastika war bis in den anschließenden Saal ans Ende gefüllt – ohne auch nur einen freien Sitzplatz. 

In seiner Rede verglich Vbr. Schultheiß das Jubiläum mit einem Geburtstagsfest, auf dem sich die Freunde treffen, um das Ereignis gebührend zu feiern. Über Jahrzehnte hinweg entwickeln sich in unserem Verband die Freundschaften, die auch gesellschaftliche Einschnitte überstehen und uns stärken. So zelebrierte er auch mit der Corona seinen Zipfeltausch mit SV-Reporter/Fotograf und Verbandsbruder Lutz Reum (MR).

Die goldene SV-Ehrennadel für besondere Verdienste erhielt ehemaliger VASV-Vorstand und Verbandsbruder Bernhard Sperr (M, INN). Er leistete besonderes Engagement und Halt als der Verband Gefahr lief, an der Damenfrage zu zerbrechen und sicherte durch sein umsichtiges Verhalten den Fortbestand unseres Dachverbands. Nach einem festlichen Samstag folgte ein entspannt ausklingender Sonntagmorgen mit Weißwurstfrühstück.

Es war ein Wochenende, bei dem nicht nur das 100-jährige Bestehen des VASVs im Vordergrund stand, sondern auch das Prinzip der Freundschaft gefeiert wurde. Dass dieses in unserem Verband intensiv gelebt wird, konnte jeder an diesem Wochenende erleben. So sahen auch die jungen Aktiven die teilweise bis zu 60 Jahre bestehenden engen Freundschaften. Sie werden sich zum 150. Jubiläum des VASVs an dieses Fest zurückerinnern und dieses genauso in Freundschaft und Musik gemeinsam zelebrieren. 

SV-Presse-Team

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